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Bildgestaltung
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Beitrag Bildgestaltung 
 
Bildgestaltung



Bildgestaltung ist die Anordnung und Verbindung formaler Elemente in einem Kunstwerk.

 Psychologische Grundlagen


Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist die Fokussierung eines Sinnes (hier des Sehens) auf einen bestimmten Sinneseindruck. Der Bildteil, auf den die Aufmerksamkeit eines Betrachters gelenkt ist, wird weitaus schärfer und brillanter wahrgenommen als der Rest des Blickfeldes. Das liegt sowohl an der Verarbeitung durch das Gehirn als auch am Aufbau des Auges. Die Aufmerksamkeit muss also zugeteilt werden. Der Mensch konzentriert seine Aufmerksamkeit zumnächst auf potentiell interessante Bildelemente.

Darstellungen mit Eigenschaften, die in der realen Welt selten sind oder nicht vorkommen, ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich (etwa grelle, unnatürliche Farben). Ein weiterer Aspekt ist die Aufmerksamkeitszuwendung zu Bildteilen, die sich deutlich von den meisten anderen unterscheiden. Diese Differenz kann sich in verschieden Arten ausdrücken. Von diesen Aspekten unterscheidet sich die Aufmerksamkeitszuwendung aus emotionellen Gründen erheblich. Hierbei wendet sich der Betrachter Darstellungen zu, zu denen er eine emotionale Beziehung hat. Das gilt am häufigsten für Darstellungen von Menschen oder Gesichtern.

 Gestaltungselemente


Bei der Bildgestaltung können verschiedene Gestaltungselemente angewandt werden. Diese können auf die Wirkung des Gesamtbildes einen erheblichen Einfluss haben. Im folgenden sind allgemeine Stilmittel beschrieben.

Farbe

Eine Farbe setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Farbton, Sättigung und Helligkeit. Farben und sich daraus ergebende Kontraste wirken meist sehr emotional und direkt auf den Betrachter. In der Analyse der Stilmittel im Bezug auf Farben, kann man zwei Aspekte unterscheiden: Die einzelne Farbe und die Wirkung verschiedenen Farben untereinander.

Farbe an sich

Schon eine einzelne Farbe hat eine bestimmte Wirkung auf den Betracher. Diese beruht auf Assoziationen mit Erfahrungen und kulturellen Farbsinnbildern. Für die rein emotionelle Wirkung sind die Assoziationen aus Erfahrung entscheidend. Beispielsweise werden Gelb und Rot mit Wärme (Feuer, Hauterrötung), Blau dagegen mit Ferne, und Kälte (Wasser, Himmel, Eis) assoziiert. Eine warme Farbe wird meistens etwas emotionaler assoziert und zieht deshalb auch mehr Aufmerksamkeit auf sich.

Die kulturelle Bedeutung der Farben variiert dagegen stark. Während im westlichen Kulturkreis Gelb auch als die Farbe des Neides und der Falschheit steht, hat diese Farbe im Buddhistischen Kulturkreis eine sehr hohe und positive Stellung.

Kontraste

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Harmonischer Farbkontrast

Verschieden Farben bilden Kontraste. Farben können sich, wie erwähnt, in Helligkeit, Farbton und Sättigung unterscheiden. Je stärker sich eine Farbe in einer oder mehrerer dieser Eigenschaften von der anderen unterscheidet, desto stärker der Kontrast. Besonders starke Kontraste können „flimmern“ und ein unangenehmes Gefühl hervorrufen. Das geschieht besonders bei hoher Helligkeit und Sättigung beider Farben, aber stark differierenden Farbtönen. Der Kontrast zwischen Farbtönen wird vom Menschen auch besonders deutlich wahrgenommen, weshalb Farbe und Farbton häufig gleichgesetzt werden.

Harmonien

Zusammenstellungen von Farben bilden Farbharmonien. Ob der Betrachter das Zusammenspiel der Farben als harmonisch empfindet, ist teilweise Subjektiv und von Modeströmungen und Sehgewohnheiten abhängig. Eine häufig angewandte Harmonie besteht aus mehreren ähnlichen Farben, denen eine Akzent- oder Kontrastfarbe gegenübersteht.

Form

Die Form eines Bildelementes in einem Bild ergibt sich durch den (realen) Umriss des Elementes und durch die gedachte dreidimensionale Form, die sich aus den Licht-Schatten-Verhältnissen ergibt. Ebenso wie Farbe werden Formen unbewusst mit bestimmten abstrakten Eigenschaften assoziert. Diese ergeben sich aus unseren Seherfahrungen. Beispielhaft seien hier die häufigen Assoziationen der Grundform des Kreises mit „weiblich“, „weich“ und „emotional“ und denen mit der Form des Quadrates als „männlich“, „bestimmt“ „hart“ und „rational“ genannt.

Die Form eines Objektes ist entscheidend für das Erkennen und Einordnen eines dargestellten Objektes. Dazu reicht bei einfachen Objekten häufig der einfache Umriss aus. Bei komplexeren Formen muss auch die Dreidimensionalität interpretiert werden, um das Objekt als einen bestimmten Gegenstand erkennen zu können.

Linien

Linien bilden sich an Objektkanten durch Farbkontrast oder durch gedankliches Verbinden von Bildelementen. Letztere sind daher subjektiv, dennoch ist das Sehverhalten der meisten Menschen ähnlich. Beispielsweise werden meistens die Bildschwerpunkte oder ähnliche Objekte miteinander in Verbindung gebracht. In der modernen Malerei und Computergrafik sind Linien oft ein wesentliches Bildelement.

Raum

Image








Schematische Darstellung der Zentralperspektive

Da Bildkomposition auf einem zweidimensionalen Medium stattfindet, ist Raum in der Bildgestaltung eine optische Täuschung. Um Raum zu simulieren, gibt es verschiedene Techniken. Die deutlichste ist dabei die Anwendung von Perspektive. Hierbei werden dreidimensionale Objekte auf einer zweidimensionalen Fläche so abgebildet, dass ein räumlicher Eindruck entsteht. In der Bildkomposition wird häufig die Zentralperspektive angewandt, die unserem Seheindruck am nächsten kommt. Farben können die Raumwarnehmung auch beeinflussen. Brillante Farben erscheinen näher, blasse, kalte und helle Farbtöne weiter entfernt. Das liegt vermutlich an unseren Seherfahrungen, da durch den Dunst in der Luft die Farben in der Entfernung verblassen.

Haptik

Obwohl das Empfinden der Haptik dem Tastsinn zugeordnet ist, kann die Haptik einer Oberfläche oft auch durch visuelle Eindrücke eingeschätzt werden. Typische Oberflächenhaptiken zeigen auch ein typisches visuelles Verhalten. So sind matte Oberflächen nur wenig rau, spiegelnde Oberfläche werden als glatt identifiziert, und sehr raue Oberflächen können an ihrem feinen Hell-dunkel-Muster erkannt werden.

 Komposition


Die Komposition ist die eigentliche Bildgestaltung. Hierbei werden die formalen Elemente zu einem Kunstwerk zusammengefügt.

Gewichtung der Bildelemente

Das „Gewicht“ eines Bildelementes ist mit der Aufmerksamkeit, die es auf sich zieht, gleichzusetzen. Das Gewicht eines Bildelementes ist somit genauso subjektiv wie die Aufmerksamkeit. Die Verteilung der verschieden gewichteten Bildelemente entscheidet über die Gesamtwirkung des Bildes nach Ruhe oder Spannung. Eine Komposition, die sehr gleichmäßig gestaltet ist, erzeugt meistens einen ruhigen Eindruck.

Komposition der formalen Elemente

Die Art der Bildkomposition ist von den Intentionen des Künstler abhängig. Dazu gehören subjektive Empfindungen und die Schaffung einer gewünschten Bildaussage. Zur Kompositionshilfe gibt es mehrere Prinzipien, die meist harmonische Verhältnisse zwischen Bildelementen herstellen. Dazu gehören der goldener Schnitt, die Dreieckskomposition und Gestaltungsraster. Sie finden oft im Grafikdesign und Layouts Anwendung. Dabei orientiert sich die Verteilung von Bildelementen an einem (unsichtbarem) Raster. Die Nutzung dieser Mittel ist jedoch eher als Kompositionshilfe und nicht als Garantie für ein gutes Bild zu betrachten. Auch in der Gesammtkomposition ist der Elementare Ausdruck von Ruhe oder Spannung zu beachten: Eine Komposition, die sehr gleichmäßig gestaltet ist, erzeugt meistens einen ruhigen Eindruck. Dementsprechend entsteht Spannung durch weniger gleichmäßige und kontrastreiche Komposition.

 Mittel zur Bildgestaltung


Das bildgestalterische Konzept muss in einer Technik gestaltet werden. Die häufigste Unterscheidung verläuft zwischen Fotografie und Malerei. Die Malerei selbst gliedert sich wieder in verschiedene Techniken und Stilrichtungen.

Beim Zeichnen und in der Malerei

Diese beiden Kunstformen ermöglichen eine freiere Komposition als das Fotografieren. Hier sind etwa durch die Wahl der Farb-Qualität (Aquarell, Tempera, Öl oder Kunststoff) oder die (leichte) Dreidimensionalität bei Collagen vielseitige Möglichkeiten der Komposition gegeben. Auch die Malgründe spielen eine Rolle (Papier, Leinwand, Holz, …). Wieder andere Bedingungen ergeben sich bei Radierungen oder Stichen.

In der Fotografie

Generell ist die Gestaltung des Bildes die entscheidende Tätigkeit beim Fotografieren, die zum Teil auch durch besondere Anwendungen der Technik bestimmt wird. Bei einem Portrait zum Beispiel kann mittels der Kameraeinstellung der Vordergrund und/oder der Hintergrund vor dem scharf abzubildenden Objekt unscharf gehalten werden. In der Architekturfotografie sind beispielsweise mit der Balgenkamera Bilder zu gestalten, die mit Kameras ohne deren Möglichkeit der Verschiebung von Film- und Objektivebene nicht darstellbar sind. Beim Fotografieren dient – mit anderen Worten – die Kenntnis der Technik oft der Gestaltung. Dies gilt insbesondere in der Tiefe des aufzunehmenden Objekts/Motivs in Richtung der Objektivachse, also bei der Umsetzung des dreidimensionalen Motivs in ein zweidimensionales Bild (Schärfentiefe).

Konstruktion des Bildes mit der Kamera

Im Bereich der Kameratechnik sind Kenntnisse über die Beschaffenheit der lichtempfindlichen Mediums (Film/Sensor), die Funktionsweise des Fotoapparats und der Belichtungsmessung von besonderer Bedeutung für die Bildgestaltung. Eine exakte Kenntnis der Mechanik (etwa des Kameraverschlusses) ist nicht zwingend erforderlich, erleichtert jedoch das Verständnis.

Für Beleuchtung im Fotostudio oder die Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Lichtquellen auf das lichtempfindliche Medium sind Kenntnisse über das Licht erforderlich. Dazu zählen die verschiedenen Farbtemperaturen verschiedener Lichtquellen ebenso, wie die Farbtheorie.

Gestaltung in der Dunkelkammer

Zum Fotografieren gehören auch Grundkenntnisse der Filmentwicklung und zur Dunkelkammer bzw. dem Fotolabor. Für viele Fotografen – besonders im künstlerischen Bereich – ist die Ausarbeitung des Abzugs (vom Dia oder Negativ) beziehungsweise heute des Digitaldrucks von ebenso großer Bedeutung wie das eigentliche Fotografieren.

Durch den Einsatz verschiedener Fotopapiersorten von „weicher“ bis „harter“ Gradation werden die Kontraste des Bildes gesteuert. Dies gilt für die Ausarbeitung von Schwarz-Weiß-Bildern, da bei Farbbildern nur die Wahl zwischen verschiedenen Oberflächen bleibt, jedoch nicht zwischen verschiedenen Gradationen. In der Farbfotografie werden neben den klassischen Vergrößerungen mit möglichst farbneutraler Darstellung auch „Cross-Verfahren“ verwendet. Das bedeutet, es werden Filmtyp und Entwicklungsbad vertauscht, zum Beispiel ein Dia im Negativprozess entwickelt, was zu besonderen Farbverschiebungen führt.

 Literatur


    * Andreas Feininger: Grosse Fotolehre. Heyne-Verlag, ISBN 3-453-17975-7
    * Karen Ostertag: Die Fotokomposition (Creativ Fotografieren 3). München: Laterna magica 1982
    * Harald Mante: Das Foto. Bildaufbau und Farbdesign. Verlag Fotografie, ISBN 3933131561
    * Marlene Schnelle-Schneyder: Sehen und Photographieren. Von der Ästhetik zum Bild Springer Verlag, ISBN-13: 978-3-540-43825-0
    * Pina Lewandowsky, Francis Zeischegg Visuelles Gestalten mit dem Computer Rowohlt, ISBN 3499612135

Weblink


    * Darstellung von Andreas Hurni

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bildgestaltung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




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Dieser Wiki-Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zuletzt: Sa, 19. Jan 2008 17:18Alle Ausgaben
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